2018

Februar: „Kunterbuntes Durcheinander“ in Aurichs Kirchen

Zum Gottesdienst in unserer Lambertikirche begrüßte Pastorin Cathrin Meenken (Mitte) vier Mitglieder der Freien evangelischen Gemeinde in Aurich: von links Pastor Axel Gärtner, Gerhard Moser, Anne Nagel und Wolfram Nagel. Foto: Gawlick-Daniel

Es gibt viele besondere Gottesdienste in unserer Lambertikirche. Derzeit häufen sie sich. Nach dem Handwerkergottesdienst am 18. Februar folgte eine Woche später am 25. Februar der „Ökumenische Kanzeltausch“. Pastor Axel Gärtner von der Freien evangelischen Gemeinde predigte bei uns. Er hatte Verstärkung mitgebracht. Anne Nagel, sie ist ehrenamtlich für die Freie evangelische Gemeinde tätig, leitete den Gottesdienst. Wolfram Nagel am Keyboard und Gerhard Moser an der Gitarre sorgten für die Musik.

Etwa 150 Gläubige erlebten einen etwas anderen Gottesdienst, der von der sonst in unserer Kirche üblichen Liturgie abwich. „Wir importieren das, was wir sonntags leben“, sagte Anne Nagel. Genau deswegen hat die Ökumene in Aurich diesen Kanzeltausch auch ins Leben gerufen. Während Pastor Gärtner in unserer Lambertikirche predigte (Link zur Predigt unterhalb dieses Textes), war in seiner Gemeinde zur selben Zeit unsere Pastorin Angelika Scheepker zu hören, an ihrer Seite Kantor Maxim Polijakowski.

Nach dem guten Erfolg vor einem Jahr gab es nun zum zweiten Mal diesen „Ökumenischen Kanzeltausch“. Auf den Kanzeln der vielen christlichen Gemeinden Aurichs herrschte ein kunterbuntes Durcheinander.  In der Pauluskirche in Kirchdorf war der katholische Priester Johannes Ehrenbrink zu Gast, in der katholischen Ludgerus-Kirche Pastorin Heike Musolf aus Kirchdorf. Pastor Jörg Schmid von der reformierten Gemeinde Aurich übernahm den Gottesdienst bei den Baptisten in Aurich-Rahe, deren Prediger Frieso Willms wiederum den reformierten Gottesdienst. In der Johanniskirche in Sandhorst schließlich gestaltete Pastorin Schneider den Gottesdienst gemeinsam mit Vertretern der landeskirchlichen Gemeinschaft.

„Wir haben erneut erlebt, wie anregend es ist, andere religiöse Traditionen hautnah zu erleben! Manchmal ist das befremdlich, immer aber bereichernd!“ freute sich Pastor Schröder-Ellies, der diesjährige Vorsitzende der „Ökumene in Aurich“, über den erneuten Erfolg.

Februar: Gelungener Gottesdienst mit dem Handwerk in Ostfriesland

Superintendent Tido Janssen (von links), Handwerkskammer-Präsident Albert Lienemann, Landessuperintendent Dr. Deltlef Klahr und Handwerks-Pastor Claus Dreier. Foto: Gawlick-Daniel

In unserer Lambertikirche ist am Sonntag (18. Februar) mit etwa 150 Besuchern ein spezieller Gottesdienst gefeiert worden. Superintendent Tido Janssen als Gastgeber hat das Handwerk in den Mittelpunkt gestellt. Es ging um jene Frauen und Männer, die täglich dafür sorgen, dass unsere Häuser in einem guten Zustand sind, dass unsere Autos fahren, dass wir in bequemen Möbeln sitzen, dass wir leckeres Brot essen und dass wir die Vorzüge von Wärme und Strom genießen... Vielfalt zeichnet das Handwerk aus, große Vielfalt. Das ist auch an vielen Stellen in der Bibel nachzulesen, in der Noah als der erste Handwerker gleich eine bedeutende Rolle übernehmen musste. Er bekam von Gott den Großauftrag, eine Arche zu bauen. Und er baute sie gut.

Handwerk und Qualität gehören zusammen, das machte der Präsident der Handwerkskammer für Ostfriesland, Albert Lienemann aus Holtrop in einem Interview mit Superintendent Janssen deutlich. Den Handwerksbetrieben in seinem Kammerbezirk gehe es gut, die Konjunktur brumme, die Auftragsbücher seien voll, die Einkommen seien auskömmlich. Ganz frei von Sorgen seien die Handwerksbetriebe aber nicht. Lienemann beklagte den Fachkräftemangel, der den Betrieben zu schaffen mache. Es gehe in den nächsten Jahren darum, verstärkt und gut auszubilden.

Landessuperintendent Detlef Klahr als Leiter des Sprengels Ostfriesland lobte das Handwerk als unverzichtbar in unserem täglichen Leben. „Wir gehen gern in den Baumarkt und versuchen dann, selbst etwas zu reparieren oder zu renovieren. Wer aber Qualität möchte, sei auf Handwerksbetriebe angewiesen.“ Als Beleg dafür wies Dr. Klahr auf unseren „Ihlower Altar“, der ein Meisterstück der Handwerkskunst sei. Tischler, Maler, Schnitzer und Vergolder hätten daran gearbeitet. „Er ist mehr als 500 Jahre alt und immer noch wunderschön anzusehen“, sagte Klahr. Der Landessuperintendent machte auch deutlich, dass es zwischen den Kirchengemeinden und den jeweiligen Handwerksbetrieben vor Ort ein gutes Miteinander gebe. Auch wenn die Gemeinden nicht immer alle Erwartungen der Handwerker hinsichtlich Aufträge erfüllen könnten.

Die Predigt hielt Claus Dreier, Pastor für Kirche und Handwerk, aus Hannover. Dreier wurde in Leer geboren, arbeitete auch als Dorfpastor in Steenfelde. Seit 2014 ist er der neue Handwerkspastor der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Der 62-jährige Seelsorger fuhr lange Taxi und Busse und schleppte für den ADAC Fahrzeuge ab. Er weiß also wie es ist, mit den Händen zu arbeiten. Und dass Handwerker mit ihrer Hände Arbeit nicht nur Gutes erschaffen, betonte er auch. Die hölzernen Kriegsschiffe der Römer im späten ersten nachchristlichen Jahrhundert seien ebenso von Handwerkern gebaut worden wie die Konzentrationslager der Nazis vor und während des 2. Weltkrieges. Dreier appellierte an die besondere Verantwortung aller Handwerker: „Die Welt sieht so aus, wie sie aussieht, weil das Handwerk in der Lage war, selber kreativ daran mitzuwirken und auch die kreativen Gedanken anderer in die Wirklichkeit umzusetzen.“

Für die Musik während des Gottesdienstes sorgte der Gospelchor, geleitet von Kantor Maxim Polijakowski. Zu Beginn hatte Polijakowski auf der Orgel die Melodien mehrere Lieder gespielt, die textlich in einem Bezug zum Handwerk stehen: „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ oder „Wer will fleißige Handwerker sehen“. Ein stimmungsvoller, ein guter Einstieg für diesen speziellen Gottesdienst, der mit einem Imbiss und mit vielen Gesprächen endete – natürlich auch über das Handwerk.

Januar: Beschwingt ins neue Jahr

Der Bläserkreis mit Leiter Frank Joachims (vorne in der Mitte) gestaltete den Epiphanias-Gottesdienst musikalisch mit. Foto: Gawlick-Daniel

Eine „Spezialausgabe“ der Andachtsreihe „Wort und Musik“, die in der Adventszeit an vier Samstagen mehr als 1200 Menschen begeisterte, gab es am Samstag, 6. Januar, in unserer Lambertikirche. In dieser knapp einstündigen Andacht traten noch einmal alle Chöre der Gemeinde auf: die Lambertikantorei, der Gospelchor „Good News“ und der Bläserkreis. Sie präsentierten die Highlights aus ihren Weihnachtsprogrammen, unter anderem Teile aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, aber auch beschwingte Gospelmusik des 20. Jahrhunderts.

Kurze, meditative Wortbeiträge gestaltete Pastor Peter Schröder-Ellies mit Superintendent Tido Janssen und Pastorin Cathrin Meenken.

Noch eine Stunde nach der Andacht herrschte immer noch reges Treiben in unserer Kirche. Bei Keksen, Lebkuchenherzen und Glühpunsch mit und ohne Alkohol nutzen viele Besucherinnen und Besucher die Zeit, beste Neujahrswünsche auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Dieser stimmungsvolle Gottesdienst am Epiphaniastag, dem Tag der „Heiligen Drei Könige“,  ließ die Weihnachtszeit auf eine schöne Art und Weise ausklingen und war zugleich ein gelungener Start in das neue Jahr.