Ausstattung

Das Kruzifix

Bild: privat

Links oberhalb des Altars hängt ein großes hölzernes Kruzifix. Nach der Meinung von Fachleuten handelt es sich um ein Triumphkreuz, das um das Jahr 1500 hergestellt sein dürfte. Künstler und Werkstatt sind unbekannt.

Die Kanzel

Foto: Heinfried König

Die reich verzierte barocke Kanzel ist eine Stiftung des Emder Amtmanns Dr.H.A. von Lengering aus dem Jahr 1692. Der Kanzelkorb ist von fünf bogenförmig gekrümmten Fabeltieren getragen. In fünf Feldern, die durch korinthische Säulen voneinander getrennt sind, stehen von links nach rechts die Propheten Jeremia und Hesekiel, in der Mitte Mose mit den Gesetzestafeln und rechts die Propheten Hesekiel und Daniel. Seit der umfassenden Kirchenrenovierung 1960/61, bei der auch die obere Empore, der sogenannte Soldatenboden, entfernt wurde, steht die Kanzel auf einer hölzernen Säule neben dem Altar. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie sich oberhalb des – bis dahin niedriger stehenden – Altars befunden, überdacht von einem mächtigen Schalldeckel und umrahmt von hölzernen Säulen.

Die Orgel

Foto: privat

Die Orgel wurde 1961 in der bei Fachleuten in aller Welt bekannten Werkstatt von Ahrend und Brunzema – heute Ahrend Orgelbau – im benachbarten Leer erbaut. Die beiden Gehäuse des Hauptwerks auf der Westempore und des Rückpositivs in der Brüstung sind als flache Schreine angelegt. Mit den stets offen stehenden seitlichen Flügeltüren des Hauptgehäuses korrespondiert die Orgel in ihren äußeren Umrissen denen des Altars, nimmt damit dessen Verkündigung auf und führt sie auf ihre Weise fort: so lassen sich die Flammen vor den Prospektpfeifen als Erinnerung an das Geschehen von Pfingsten (Apg. 2) und damit als Hinweis auf die Gründung der Kirche deuten.

Mehr über die Ahrend-Brunzema-Orgel...

Die drei prächtigen Kronleuchter haben schon in der Vorgängerkirche gehangen. Der Habsburger Doppeladler auf dem mittleren Leuchter gibt den Hinweis, dass die Leuchter in Flandern, vermutlich in Antwerpen in der ersten Hälfte des 17.Jahrhunderts hergestellt wurden. Über den Stifter ist nichts bekannt.

Auf der Südempore hängt ein großes Abendmahlsbild, dessen Maler unbekannt ist. Möglicherweise handelt es sich hier um eine Kopie eines Bildes von Rubens aus dem 17. Jahrhundert.

Taufe (1974), Lesepult (1974) und Osterleuchter (1990) wurden von dem Hannoveraner Bildhauer Siegfried Zimmer entworfen und hergestellt. Der Taufstein ist mit stilisierten Wasserwellen geschmückt, während Ornamente auf dem Lesepult auf das Gleichnis von der vierfachen Saat (Matth.13) hinweisen. Des weiteren befindet sich im Altarraum der von Hilko Schomerus, Hannover, im Jahr 2004 gestaltete Dornbuschleuchter, der als Fürbittleuchter fungiert. Unterhalb des Orgelbodens ist ein offener Meditationsraum eingerichtet. Das gesamte Gestühl wurde im Zuge der Renovierung und teilweisen Umgestaltung der Kirche in den Jahren 1960/61 erneuert.

An der Ostseite ist ein hohes Treppenhaus, auch „Ehrenhalle“ genannt, an den Kirchenraum angebaut. Dort steht die 1915 von Professor Bernhard Winter, Oldenburg, geschaffene Taufe. Am Eichensockel sind Relieffiguren ausgeschnitzt, welche die Kindersegnung darstellen (Mark.10). Menschen aus der Auricher Gemeinde standen dafür Modell, die Mütter in der ostfriesischen Tracht. Das Becken ist aus italienischem Marmor hergestellt; es gelangte gerade noch vor der Kriegserklärung Italiens nach Deutschland. Bedauerlicherweise erwies sich der Taufstein mit seiner Höhe von 1,20 Metern für die Praxis als recht problematisch. Außerdem finden sich im selben Raum Gedenktafeln mit den Namen der in den Kriegen 1870/71 und 1914 – 18 gefallenen Angehörigen der Auricher Kirchengemeinde. Im Treppenhaus sind entlang der Treppenstufen einige Ölgemälde aufgehängt. Sie zeigen die Porträts von Dr. Martin Luther und einigen im 18. und 19. Jahrhundert hier tätig gewesenen Pastoren.

In der Sakristei an der Nordseite der Kirche hängen Tafeln mit den Namen der in der Lambertigemeinde angestellten Pastorin und Pastoren seit 1519, dem Jahr der Einführung der Reformation in Aurich.

Quelle: Delbanco, Hillard, Kirchenführer Lamberti-Kirche Aurich, Aurich 2006