Wie wird eine Serviette elegant benutzt?

Nachricht Aurich, 18. März 2026

Knigge-Trainerin bei den PauLa&Jo-Konfis des Kirchspiels

Man könnte sagen: Es gibt in unserer Konfiarbeit Termine – und es gibt Termine, die inzwischen schon fast Legendenstatus besitzen. Das Konfi-Knigge-Dinner gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Nun war es wieder soweit: rund 40 PauLa&Jo-Konfis saßen an festlich gedeckten Tischen im Saal des Lamberti-Gemeindehauses. Riesen Dank an das Tee-Team für das Eindecken!

Zu Gast war erneut Ilona Kühnel, unsere Knigge-Trainerin, die mit viel Charme und einer guten Portion Humor erklärte, dass der berühmte Freiherr von Knigge eigentlich gar kein Freund steifer Benimmregeln war. Ihm ging es vielmehr darum, dass Menschen einander respektvoll begegnen. Augenhöhe statt Hochmut – damit war der Ton für den Abend schon gesetzt.

Natürlich blieb es nicht bei der Theorie. Die Konfis probierten ganz praktisch aus, wie eine Serviette elegant benutzt wird, wie Besteck tatsächlich „sprechen“ kann und was es bedeutet, eine kleine Pause beim Essen zu machen oder endgültig fertig zu sein.

Auch heikle Fragen kamen zur Sprache: Was macht man zum Beispiel, wenn Tante Trudi bei der Konfirmation unbedingt eine stürmische Umarmung verteilen möchte, man selbst aber eher zur Kategorie „Handshake reicht völlig“ gehört? Und wann öffnet man eigentlich die Umschläge mit Glückwünschen und Geldgeschenken, ohne dass es komisch wirkt?

Besonders hängen geblieben ist bei vielen die Geschichte von „Bröckchen und Flöckchen“. So wird die vornehme Art genannt, Brot mit Kräuterbutter zu essen. Man bricht sich kleine Stücke ab und bestreicht sie einzeln, statt das ganze Brot einmal großzügig zu belegen. Man lernt eben nie aus.

Für das passende Ambiente sorgte ein großartiges Buffet, das Eltern der Konfis vorbereitet hatten. Von der Suppe über verschiedene Hauptgerichte bis zum Dessert war alles dabei. Das Tee-Team unserer Lambertigemeinde half tatkräftig mit, sodass sich der Gemeindesaal für einen Abend tatsächlich ein bisschen wie ein kleines Restaurant anfühlte.

Am Ende bleibt neben all den Tipps zu Tischmanieren noch etwas anderes hängen. Knigge kann hilfreich sein, weil er uns daran erinnert, freundlich miteinander umzugehen und andere nicht vor den Kopf zu stoßen. Aber die eigentliche Botschaft unserer Konfirmation geht noch ein Stück weiter. Gott liebt diese Jugendlichen nicht, weil sie wissen, wo die Serviette liegen muss und welches Besteck man zuerst benutzt. Er liebt sie sowieso. Auch wenn beim Festessen etwas daneben geht, wenn jemand vor Aufregung zu früh zur Gabel greift oder das Brötchen doch einmal ganz normal abbeißt.

Vielleicht hätte Freiherr von Knigge dazu gesagt: Gute Manieren sind schön. Aber echte Wertschätzung beginnt dort, wo Menschen einander mit Respekt begegnen. Genau das wünschen wir unseren Konfis für ihren großen Tag – und eigentlich für ihr ganzes Leben.

Ein herzliches Dankeschön an Ilona Kühnel, an alle Eltern für das fantastische Buffet. Und wir sind uns sicher: Dieses legendäre Dinner wird es auch im nächsten Jahr wieder geben.